Amor Ben Hamida: Mit arabischen Grüßen - Buchmesse-Podcast 2007
Freitag, 12. Oktober 2007
Die Konflikte zwischen der westlich-christlichen Kultur und der östlich-muslimischen werden oft in großen historischen oder weltpolitischen Zusammenhängen beleuchtet. Amor Ben Hamida schaut in seinem Buch genauer hin und entdeckt viele Missverständnisse bereits im Zusammenleben bikultureller Ehepaare. Viele dieser Beziehungen - speziell zwischen Frauen aus Europa und Tunesiern - resultieren aus Urlaubsflirts. Denn nur durch eine Heirat erhält der tunesische Mann eine Aufenthaltsgenehmigung in Europa, dem Kontinent, von dem er viel erwartet und oftmals wenig weiß. Ben Hamidas Buch richtet sich gleichermaßen an Deutsche und Araber und versucht, Missverständnisse auszuräumen und Verhaltensweisen zu erklären. Warum wird bei Moslems häufig noch beim Essen geschmatzt und warum muss es unbedingt ein 3er-BMW sein, für den man sich verschuldet?
Der Schweizer Amor Ben Hamida wuchs in beiden Kulturkreisen auf und kam mit 12 Jahren in das Alpenland. Er hat es sich mit seinem Buch und mit seinen Diskussionen und Vorträgen zur Aufgabe gemacht, das Zusammenleben zwischen den Kulturen zu fördern. Weitere Infos dazu auf seiner Homepage unter www.benhamida.ch
Es gibt viele Bücher, in denen viele schlaue Dinge stehen, aber es gibt nur ein Lexikon des Unwissens. Kathrin Passig und Aleks Scholz haben in ihrem Buch die interessantesten Dinge zusammengetragen, von denen selbst die Wissenschaft nicht weiß, warum sie so sind. Das sind bei weitem nicht (nur) die großen Fragen des Universums, sondern beispielsweise ganz normale Dinge, von denen jeder scheinbar zu wissen glaubt, warum sie so sind. Das man sich bei anderen Leuten anstecken kann und so einen Schnupfen bekommt, ist solch ein Phänomen. Wissenschaftlich be- und nachgewiesen ist das nicht. Warum und wie schnurren Katzen? Was hat es mit der weiblichen Ejakulation auf sich und was haben Ratten (möglicherweise!) mit dem Kabelsalat hinter dem Schreibtisch zu tun?
Mist, am Anfang des Interviews den neuen Romantitel von Sibylle Berg versemmelt! Kann man doch rausschneiden. Aber warum sollte man? Frau Berg war dennoch nett und erzählt vom Glück und dass sie auch vor den ausgedehnten Reisen, die sie für die Recherche zum Buch unternommen hat, bereits wusste, dass es zuhause doch am schönsten ist. Wie ein Puzzlespiel setzen sich die vielen Menschen und Geschichten in »Die Fahrt« zusammen, die auch viel reisen, um das Glück anderswo als daheim zu finden.
Fünf Männer - knapp über vierzig - gründen eine Rockband. Eigentlich zu alt für sowas. Sie leben bereits ihr Leben, sind Arzt oder Lehrer für katholische Religion und Biologie. Frank Goosen schildert die Figuren seines Romans sehr differenziert und lässt sie nicht nur mit der neuen Rockband die Auf- und Abs der Lebensmitte erfahren.
Eine ganz andere
Es klingt unglaublich und verwirrend: Obwohl das neue Buch von Antje Rávic Strubel ihren Namen auf dem Cover trägt, stammt keine Zeile des Textes von ihr. Das Manuskript traf beim Verlag in einem Umschlag ohne Absender ein. Schnell war klar, dass der Text von jemandem geschrieben war, der Frau Strubel bereits seit längerem verfolgt und beobachtet: ein Stalker. Obwohl sie, wie Antje Rávic Strubel in ihrem einleitenden Vorwort schreibt, die Nachahmung ihres Schreibstils für missglückt hält, hat sie sich dennoch für eine Veröffentlichung unter ihrem Namen entschieden. Das Buch ist ab November 2007 erhältlich.
Er ist einer der wenigen, der im Fernsehen für die Literatur kämpft. Acht Mal im Jahr heißt es in der ARD am sehr späten Sonntagabend »
Ok, wenn er schon einen Kabarettisten interviewt, dann wollte Wolfgang Tischer zu Beginn des Gesprächs lustig sein. Doch obwohl sich Dieter Nuhrs Buch über den Glauben dreht, ist Nuhr kein Pfarrer. Dabei hat er der Welt so schöne Sinnsprüche geschenkt wie: »Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten«. Eine Weisheit, die von zu vielen Leuten zu wenig berücksichtigt wird.